Geschichte einer Fledermaus-Auswilderung in Ratzenried-Reute
„Alles begann damit, dass ich geblendet und fast zeitgleich von meiner Mutter weggeschleudert wurde. Mit mir fielen meine Freunde und deren Mütter aus ihrem Schlaf nach unten und purzelten über einen Dachvorsprung. Dort blieben manche von uns fast wie gelähmt liegen. Nur ein paar Muttertiere wachten schnell genug auf um sich in taumelndem Flug zu retten.“ Was war passiert? Es geschah während diesen heißen Tagen im Juli 25, als mein Mann – trotz dem Wissen, dass in unserem Weiler Fledermäuse wohnten – unbedacht beschloss, die alten Fensterläden nicht mehr nur als Dekoration sondern ihrem Zweck entsprechend zu nutzen und der…
- Veranstaltungen des Vereins Pro Natur Argenbühl e.V.
- Vorschau auf Veranstaltungen des Vereins Pro Natur Argenbühl e.V.
- Rückblick auf Aktionen des Vereins Pro Natur Argenbühl e.V.
- 30.10.2025: Was machen die Bienen an Halloween?
- 18.10.2025: Spannende Wanderung durch Endmoränen der Eiszeit
- Pro Natur Argenbühl e.V. legt eine Blühwiese für Insekten an
- Jahreshauptversammlung 2025
- Protestaktion gegen Windkraftwerke am 21.02.2025 in Vogt
- 08.02.2025 Bienenworkshop mit Imkerin Lucia
- 07.02.2025 Präsenz bei der Verbandsversammlung des RVBO
- 22.01.2025 Protest bei der Sitzung des Planungsausschusses des RVBO
- 27.11.2024 INFRASCHALL VON WINDKRAFTANLAGEN – HARMLOS ODER EIN GESUNDHEITSRISIKO!?
- 16.11.2024 Was machen die Bienen im Winter ?
- 21.09.2024 Schnitzeljagd – Eine Expedition in die Natur für kleine Entdecker
- 15.08.2024 Banner-Aktion in Argenbühl
- Veröffentlichungen in den Medien
- Artikel in der Bildschirmzeitung, veröffentlicht am 03.08.2025
- Protestaktion in Wolfegg – Kreistagssitzung mit Gegenwind
- Leserbrief zur Sitzung des RVBO in Bad Wurzach am 07.02.2025
- Leserbrief zum Artikel „Diese Debatten können den Dorffrieden stören“ (SZ, 08.03.2025)
- Leserbrief zum Artikel „Kißlegg bekommt wohl ein Windrad weniger“ vom 03.2.2025
- Leserbrief zum Artikel „Windmessung für Anlagen in Argenbühl startet“ vom 10.8.2024
Veranstaltungen des Vereins Pro Natur Argenbühl e.V.
Vorschau auf Veranstaltungen des Vereins Pro Natur Argenbühl e.V.
Lecker Honig – was wissen wir eigentlich über Bienen?
Veranstaltung im Frühjahr 2026
Die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt.
Wir freuen uns auf Euch!!
Euer Team von Pro Natur Argenbühl e.V.
Der Wald und die Bäume
– wie wichtig sind sie für die Artenvielfalt und für uns?
Veranstaltung im Frühjahr 2026
Die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt.
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Euer Team von Pro Natur Argenbühl e.V.
Die Argen – ein Lebensraum für unsere Tiere
Veranstaltung im Frühjahr 2026
Die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt.
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Rückblick auf Aktionen des Vereins Pro Natur Argenbühl e.V.
30.10.2025: Was machen die Bienen an Halloween?
Eine Gruppe von 33 Kindern und Erwachsenen haben sich am 30.10.2025 im Dorf getroffen, um gemeinsam den Abend am Bienenstand von Imkerin Lucia, am Klinglerweg zu verbringen. Mit Fackeln und Laternen ging man gespannt zu Lucias Bienenständen.
Bei Kerzenschein wurde ein Auszug aus den Tulla Zwergen ( Autor Peter Biegel) frei erzählt. Eine Geschichte, welche sich zwischen Bienen und Zwergen ereignet. Die Kinder haben gespannt bei warmen Früchtepunsch, Muffins und Butterseelen gelauscht.
Es wurde ein altes Wespennest untersucht, auseinandergebaut und die Unterschiede zum Bienennest wurden erklärt.
Weiterhin konnten wir einen Totenkopfschwärmer (Fund in einem Bienenhaus an der Argen, siehe Foto) bestaunen und Lucia berichtete, wie der Totenkopfschwärmer an den Honig kommt, ohne von den Bienen gestochen zu werden. Wer dazu mehr erfahren möchte, kann sich diesen Link anschauen:
https://youtu.be/4uPEGjGf6BU?si=-dKyTtxr8cPDxc3f
Imkerin Lucia freut sich sehr über den Totenkopfschwärmer und sie sagt der Totenkopfschwärmer darf bei ihren Bienenstöcken Honig naschen.
Eine Frage wurde gestellt: Wieviele Wespen befinden sich ungefähr in einem Nest? Ungefähr 10000 Wespen sind es.
Auf einen Honigraum von Lucia haben die teilnehmenden Kinder mit Wachsmalstiften, natürlich auf Bienenwachsbasis, ihre Hände aufmalen dürfen, eine bleibende Erinnerung an diesen besonderen Abend. (siehe Foto)
Ein Dank sei ausgesprochen an die vielen Hände, die an diesem Abend mitgeholfen haben. Ganz besonderen Dank geht an Herrn Kempter für die Seelen, an Herrn Hirt fürs Fahren der Verpflegung an den Stand, an Frau Andrea Seel für die leckeren Muffins und Unterstützung während der Veranstaltung, an Familie Kuder für die Sitzbänke und natürlich an die Imkerin Lucia.




18.10.2025: Spannende Wanderung durch Endmoränen der Eiszeit
Der Verein Pro Natur Argenbühl zusammen mit dem Heimatverein Ratzenried lud zu einer Wanderung durch die jahrtausendealte Geschichte ein. Geschichts- und Heimatforscher Berthold Büchele zeigte anhand der in Ratzenried besonders eindrucksvollen Moränen, wie der Gletscher der letzten Eiszeit vor ca. 16.000-14.000 Jahren bei seinem Rückzug Spuren hinterlassen hat, die ältesten sichtbaren Spuren unserer Geschichte. Den zahlreichen interessierten Wanderern wurde klar, auf welchem geschichtsträchtigen Boden sie standen und dass sie in zwei Stunden einige Jahrtausende wie in einem Zeitraffer durchwandern konnten.
Besonders eindrucksvoll sind die Moränen im Dorferwald und diejenigen von Alperts bis Ratzenried (mit der Moränenzunge der Burgruine), am Kögelegg und im Bruggerholz. Rätselhaft bleiben die runden und länglichen Moränenreste des Galgenbergs und an der Straße von Ratzenried nach Deuchelried. Immer wieder nutzten die Menschen im Lauf der Jahrtausende die Moränen für den Kiesabbau, für den Burgenbau, Dämme, einen Weinberg oder für einen Mühlenteich. Diese Zeitreise machte deutlich, wie unsere Gegenwart ein winziger Zeitabschnitt im immensen Entstehungsprozess unsere Landschaft ist und wie sehr sie und ihre malerischen Zeugen erhalten werden müssen.






Ein herzliches Dankeschön unserem Vereinsmitglied Berthold Büchele, Geschichts- und Heimatforscher.
Pro Natur Argenbühl e.V. legt eine Blühwiese für Insekten an
In der Nähe des Sportplatzes hat uns die Gemeinde eine Fläche zum Anlegen einer Blühwiese zur Verfügung gestellt.
24. Mai 2025
Fleißige Helfer*innen waren am Werk. Nun war Handarbeit gefragt: Der Boden musste bearbeitet werden, die Grassoden mit Hilfe von Rechen und Schaufeln entfernt und seitlich gelagert werden.


30. Mai 2025
Die Grassoden mussten aufgeladen und zum Wertstoffhof transportiert werden




5. August 2025
Die Saat ist aufgegangen: eine vielfältige Blühwiese ist entstanden





Jahreshauptversammlung 2025
Die Jahreshauptversammlung des Vereins PRO NATUR ARGENBÜHL fand am Samstag, 3. Mai 2025 im Josefshaus in Ratzenried statt
Folgendes stand auf der Tagesordnung:
Begrüßung
Jahresbericht
Kassenbericht
Bericht der Kassenprüfer
Entlastung des Kassiers und der Kassenprüfer
Entlastung des Vorstands
Info Stand Windkraftplanung
Verschiedenes
Protestaktion gegen Windkraftwerke am 21.02.2025 in Vogt
Am Freitag, dem 21.02.2025 hat sich unser Verein an einer Protestaktion während einer Wahlveranstaltung von Winfried Kretschmann in Vogt beteiligt
08.02.2025 Bienenworkshop mit Imkerin Lucia



Bei strahlendem Sonnenschein ging die Imkerin Lucia mit den Kindern zu Beginn des Workshops in die Natur. Dabei erkundeten sie verschiedene Baumarten und Sträucher, die für Bienen und Insekten im Jahreslauf Nahrung bieten. Sie sprachen über verschiedene Weidenarten, Haselnuss, Ahornarten, Schlehen, Wildkirsche, Wildrosen, Robinien, Lindenarten, Obstbäume und warum Steuobstwiesen so wertvoll für Flora und Fauna sind.
Dann ging es in Lucias Bienenraum, wo rein biologische Lippenpflege hergestellt wurde. Aus den Zutaten Deckelwachs der Bienenstöcke, Sheabutter, Kokosfett und den Aromaölen Rose und Lavendel wurden „Lippenstifte“ hergestellt.
Die Kinder mussten die Zutaten genau abwiegen und unter Wärmezufuhr eine geeignete Konsistenz erzeugen. Dies wurde dann in die Lippenstift-Hülsen eingefüllt und wurde so zu einem hervorragen Lippenbalsam.
Mit Eifer und Spaß waren die Kinder am Werkeln. Jedes Kind durfte einen Lippenstift mit nach Hause nehmen und die angenehme Wirkung dessen selbst erfahren. Herzlichen Dank an alle!!
07.02.2025 Präsenz bei der Verbandsversammlung des RVBO
Am 07.02.2025 fand eine Veranstaltung des Regionalverbands Bodensee Oberschwaben RVBO, in Bad Wurzach statt. Es ging um die 2. Offenlegung des Teilregionalplans Energie zu den Vorranggebieten für Windkraft und Photovoltaikanlagen mit anschließender Beschlussfassung des Gremiums hierzu. Pro Natur Argenbühl war mit dabei!





Das Netzwerk „ Naturschutz Allgäu-Oberschwaben“ hat wie mehrere Bürgerinitiativen und Vereine, wie auch unser Verein Pro Natur Argenbühl, zum Ziel, unsere einzigartige Natur-und Kulturlandschaft zu bewahren.
Gemeinsam versammelten wir uns zum PROTEST vor dem Kurhaus in Bad Wurzach, um auf die Dringlichkeit des Schutzes von Natur und Mensch hinzuweisen, die durch die Errichtung von riesenhaften Windkraftanlagen in unseren Wäldern völlig ignoriert wird. Mit uns haben circa 120 Personen ihre Meinung dazu auf Transparenten, Plakaten und mit Sprechchören kundgetan und lautstark protestiert.
In der Versammlung im gefüllten Saal wurden einzelne kleinere Flächen-Änderungen zum Teilregionalplan vom Planungsausschuss des RVBO vorgestellt. Es gab eine Diskussionsrunde im Gremium, wo auch einige kritische Stimmen zu hören waren. Ein Mitglied der Verbandsversammlung äusserte sogar, dass im sonnigen Allgäu, eine der sonnenreichsten Gegenden Deutschlands, keine Windkraftanlagen nötig wären. PV- Anlagen auf Dächern und versiegelten Flächen mit Speichermöglichkeit würden ausreichen um den Strombedarf zu decken.
Die Vertreter der Verbandsversammlung stimmten unverständlicherweise mit überwältigender Mehrheit( nur 5 Gegenstimmen, 4 Enthaltungen ) dem Teilregionalplan in seiner derzeitigen Ausgestaltung zu.
Bedauerlicherweise wird unser Gebiet Ratzenried Siggen nach wie vor als Vorranggebiet für Windkraftanlagen ausgewiesen.
Wir bleiben weiterhin am Ball, kämpfen für unseren Wald und halten Euch auf dem Laufenden. Gute Ideen von Euch immer Willkommen!!!
siehe auch Berichte in:
Die Bildschirmzeitung
Schwäbische Zeitung
22.01.2025 Protest bei der Sitzung des Planungsausschusses des RVBO




27.11.2024 INFRASCHALL VON WINDKRAFTANLAGEN – HARMLOS ODER EIN GESUNDHEITSRISIKO!?

Erstmals kann die Symptomatik chronisch infraschallexponierter Menschen und Tiere in einer in sich schlüssigen Hypothese eingeordnet werden. Entscheidende zelluläre Prozesse wie das Wachstum, die Embryonalentwicklung, die Gefäßneubildung, die Blutdruckregulation, das Immunsystem und die Regulierung von Entzündungen, sind gleichzeitig von mechanischen Kräften (z. B. Schall + Vibration) und der Intaktheit des Endothels (Gefäßinwandzellen) abhängig.
Laden Sie hier eine 3-seitige Zusammenfassung der Wissenschaflerin als PDF:
16.11.2024 Was machen die Bienen im Winter ?

Bei strahlendem Sonnenschein erzählte Imkerin Lucia fachkundig Interessantes und Wissenswertes zum Leben der Bienen. Dazu gab es Honig-Zopfbrot und Kräutertee. Die Kinder waren sehr aufmerksam und haben viele Fragen gestellt. Danach hatten die Kinder Gelegenheit, das Verhalten der Bienen direkt an den Bienenkästen zu beobachten und erstaunliche Erfahrungen selbst zu machen.
Ein kleiner Spaziergang führte uns zum „Bienenraum“ der Imkerin, wo alle Gegenstände und Werkzeuge, die eine Imkerin braucht, zu bestaunen waren.
Während eine Geschichte über Bienen vorgelesen wurde, durften die Kinder aus echtem Bienenwachs wunderschöne Kerzlein gießen, die sie dann auch mit nach Hause nehmen durften.
Für alle war es ein besonderes und lehrreiches Erlebnis und die Kinder waren begeistert.
Fortsetzung folgt im Frühjahr 2025.







21.09.2024 Schnitzeljagd – Eine Expedition in die Natur für kleine Entdecker

Am Samstag, dem 21.September 2024 veranstalteten wir eine Schnitzeljagd ausgehend vom Schlossweiher in Ratzenried.
Bei strahlendem Sonnenschein startete unser Event mit 30 motivierten Kindern um die Natur näher zu erkunden. Ihrem Alter entsprechend mussten sie an unterschiedlichen Orten verschiedenste Aufgaben lösen und Fragen beantworten.
Hier ein paar Beispiele:
– Welche Tiere wohnen im Wald und wovon ernähren sie sich?
– Blätter von verschiedenen Bäumen waren zu sammeln um sie dann zu bestimmen.
– Aus gesammelten Steinen war ein Turm zu bauen.
Ob Groß oder Klein, alle waren mit Eifer dabei, hatten Spaß und haben spielerisch dazugelernt. Im Anschluss daran ging es zum Vesper auf der grünen Wiese, wo auch noch Gelegenheit zum Spielen war.
Mit der Verleihung einer Urkunde wurde jedes Kind im Team der Naturexperten aufgenommen.






15.08.2024 Banner-Aktion in Argenbühl
An verschieden Standorten in und um Ratzenried, Siggen und Christazhofen haben wir Banner aufgestellt. Sie sollen die Bürger auf die Problematik der Windkraftanlagen aufmerksam machen und für die Bewahrung der Naturvielfalt sensibilisieren.
Hier ein paar Beispiele






Veröffentlichungen in den Medien
Artikel in der Bildschirmzeitung, veröffentlicht am 03.08.2025
Protestaktion in Wolfegg – Kreistagssitzung mit Gegenwind
Wolfegg – Die Kreistagssitzung in Wolfegg am 31. Juli war begleitet von einer Protestaktion windkraftkritischer Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Ravensburg. Nachstehend ein Bericht von Seiten der Protestierenden. Auch die Bilder wurden uns von Seiten des Netzwerks Naturschutz Allgäu-Oberschwaben zur Verfügung gestellt, das zu der Protestaktion aufgerufen hatte:


Fotos: Netzwerk
Mit Bannern wie „Windräder gefährden das Grundwasser“, „Windräder trocknen Wälder aus“, „Adel verpflichtet – Windkraft vernichtet das Europadiplom“, „Für den Erhalt unserer Natur“ wurden die Kreistagsmitglieder bei ihrer Sitzung in Wolfegg empfangen. Der friedlichen Mahnwache, zu der das Netzwerk Naturschutz Allgäu-Oberschwaben aufgerufen hatte, folgten rund 200 Freunde und Mitglieder von 17 Bürgerinitiativen mit mehr als 2100 Mitgliedern aus dem Netzwerk.
In der Kritik standen die Auswirkungen der geplanten Windkraft auf das Grundwasser, die Moore, Wälder und die tourismusgeprägte Kulturlandschaft. Viele Suchgebiete liegen zudem im Umfeld von Wasserschutzgebieten und privaten Trinkwasserbrunnen. In Zeiten des Klimawandels sind die Moore und Wälder natürliche Wasser- und CO₂-Speicher von hoher Bedeutung. Ihr Verlust hat Folgen für die Wasserqualität, Wasserverfügbarkeit und den Hochwasserschutz.
Im Sitzungsvorfeld wurde eine schriftliche Anfrage an Landrat Sievers, die Fraktionsvorsitzenden und weitere Entscheidungsträger gestellt. Thematisiert wurden unter anderem: der steigende Wasserbedarf durch Bevölkerungswachstum, neue Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieflächen, der Umgang mit den Gefährdungen für die Trinkwasserqualität durch Flächenversiegelung, Industrieabwässer, intensive Nutzung und der Zusammenhang zwischen Flächenüberplanungen, Standortwahl für Energieanlagen und der Verletzlichkeit der Natur- und Wasserräume.
Leider waren nur wenige Kreistagsmitglieder bereit, sich den Fragen ihrer Wähler zu stellen. Kopfschütteln und befremdliches Lächeln wurden von den Teilnehmenden mit Trillerpfeifen und Missfallensbekundungen beantwortet. Dieses Missfallen wurde durch die ausweichende Beantwortung der Fragen durch den Landrat abgerundet. Wie unter diesen Umständen Bürgernähe, demokratischer Diskurs und Vertrauen in die Politik erhalten bleiben sollen, bleibt als Frage zurück!
Armin Kohler, Waltershofen, für das Netzwerk Naturschutz Allgäu-Oberschwaben
Leserbrief zur Sitzung des RVBO in Bad Wurzach am 07.02.2025
Bei der Sitzung des Regionalverbands am 7.2. in Bad Wurzach wurde u.a. entschieden, an welchen Windkraftstandorten weiterhin festgehalten werden soll. Das bisherige Verfahren zu diesem Thema ist ein Musterbeispiel für das Vorgehen von Behörden: Man berücksichtigt die geltende Rechtslage scheinbar, indem man die Pläne auslegt und den Bürgern die Gelegenheit gibt, dazu Stellung zu nehmen. So haben z.B. der Verein Pro Natur Argenbühl und viele Mitglieder auf mindestens 100 Seiten detaillierte Einwendungen vorgebracht, so wie auch unzählige andere Bürger landesweit. Nun berichtete ein Planungsmitglied des RVBO, dass er am 15.01.2025 über 7.400 Seiten Unterlagen bekommen habe und diese zum Termin am 7.2. hätte durcharbeiten müssen, was er zeitlich gar nicht geschafft habe. Daraufhin sagten die Verbandsverantwortlichen, dass man das nicht Wort für Wort durchlesen müsse, ein Überfliegen würde reichen. Dies bedeutet, dass bei der Versammlung über etwas abgestimmt wurde, was gar nicht genau geprüft wurde. Auch wäre es ein in der Demokratie normales Vorgehen, zunächst den Einsprechern zu antworten und wohl begründet die jeweiligen Argumente abzuwägen, die Abwägungen dann auch den Verbandsmitgliedern vorzulegen und dann darüber abstimmen zu lassen. Im Übrigen ist es bedenklich, dass unter den Mitgliedern viele Bürgermeister sind, die eigentlich befangen sein müssten, da sie zumeist für Windkraft sind. Zusätzlich wurden in der Versammlung Zuhörer, die kritische Argumente vorbrachten, in herablassender Weise behandelt. Neben dieser Kritik am Verfahren und an der Versammlungsleitung gibt es auch Zweifel an einer ergebnisoffenen Planung, wenn Projektierer schon vor einer Entscheidung Planungen einreichen und dann argumentieren, sie hätten schon so viel Arbeit in die Projektplanung gesteckt, weshalb man bei einer Ablehnung Regressforderungen stellen könne. Bei solchen Zuständen muss man sich nicht über Politikverdrossenheit der Bürger wundern
Berthold Büchele, Ratzenried (Heimatpfleger)
Leserbrief zum Artikel „Diese Debatten können den Dorffrieden stören“ (SZ, 08.03.2025)
Wenn keine Debatten mehr stattfinden sollen, ist dies das Ende der Demokratie! Professor Michael Suda legt den Fokus seiner Aussagen auf den Faktor Angst. Er sagt: „Befürworter von Windkraftanlagen haben Angst vor dem Klimawandel. Gegner von Windkraftanlagen haben Angst vor beispielsweise Gesundheitsschäden und Angst vor fallenden Immobilienpreisen.“
Seine These geht am eigentlichen Problem vorbei: Windkraftanlagen zerstören genau das, was eigentlich geschützt werden soll. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, braucht es Biodiversität, Artenvielfalt, Artenschutz der gefährdeten Flora und Fauna, Speicherfunktion von Wasser in den Wäldern und Grundwasserschutz. All das wird unwiederbringlich jetzt und für künftige Generationen durch WKAs in Wäldern zerstört! Trotzdem werden WKAs als große Industrieanlagen in FFH-Gebiete, in Wälder, wo Quellwassergebiete und Weiher liegen, wo eine Biotopvernetzung zum Erhalt der Artenvielfalt dringend notwendig ist, hineingebaut.
So ist z. B. Argenbühl eine der sonnenreichsten Gegenden der gesamten Bundesrepublik. Sonnenenergie aus Photovoltaik, auch Wasserkraft und Biogasanlagen sind reichlich vorhanden. Stattdessen sollen 300 Meter hohe WKAs im Abstand von 600 Metern zu Gehöften und 720 Metern zur Schule und zum Dorf Ratzenried realisiert werden. So gigantisch hoch, um doch noch ein kleines, dort oben wehendes „Windle“ abschöpfen zu können. Das sind die Fakten und nicht, wie Professor Michael Duda meint, die Angst der Windkraftgegner vor einem veränderten Landschaftsbild oder dem Wertverlust ihrer Immobilien.
Brigitte Kuder, Argenbühl
Leserbrief zum Artikel „Kißlegg bekommt wohl ein Windrad weniger“ vom 03.2.2025
Verlust des Naherholungsgebietes durch Verschandelung
Wer von „Verschandelung der Landschaft“ spricht, ist juristisch auf der sicheren Seite. Das „Landschaftsbild“ ist in mehreren Urteilen und in den Rechtskommentaren abgehandelt. Wenn man vom Verlust von 5 Quadratkilometern Naherholungsbereich redet, heißt das nicht, „Florian, schütz mein Haus – zünd andere an“, sondern bei objektiver Betrachtung gibt es geeignetere Flächen als bei uns im Allgäu. Nicht ohne Grund müssen die Windräder höher sein als das Ulmer Münster, um sich zu rentieren. Auch der Artenschutz und das europäisch geschützte Gebiet Neuweiher-Buchweiher spielte offenbar bei der Abwägung des Regionalverbandes keine Rolle. Die Abwägungsgründe sind weitgehend noch nicht öffentlich bekannt.
Bisher waren die rd. 5 Quadratkilometer im Regionalplan als „Vorranggebiet für Naturschutz und Landschaftspflege“ seit 1996 kartiert – nun sind sie verschwunden. Bisher war der Naherholungs-bereich vor Ort vorhanden, künftig wird man sich ins Auto setzen und anderswo Freude in der Natur suchen. Das nennt man Vertreibung! Auch das Loipenspurgerät kann man verkaufen, denn der Tou-rismus wird sich wie der Schnee verlagern.
Es ist beschämend, dass sich die Heimatvereine Ratzenried und Siggen nicht positioniert haben, im Gegensatz zur kath. Kirche. Es ist ebenso beschämend, dass kaum Widerstand der Bevölkerung von Ratzenried, Christazhofen und Siggen kommt. Dann muss sie eben die nächsten Jahrzehnte mit den Windrädern, die höher als das Ulmer Münster sind und allen damit verbundenen Nachteilen, leben. Sage niemand, er habe es nicht gewusst oder man hätte es sich nicht vorstellen können.
Herbert Kleiner, Argenbühl-Ratzenried (Herr Kleiner ist nicht Mitglied unseres Vereins, aber wir teilen seine Meinung)
Leserbrief zum Artikel „Windmessung für Anlagen in Argenbühl startet“ vom 10.8.2024
Die Vorgehensweise bei der Windkraftplanung im Ratzenrieder und Siggener Wald ist schon seltsam: Die Firma RES plant bis zu drei Windräder und geht von vorne herein davon aus, dass der Wind am geplanten Standort „nicht zu wenig weht“. Zu gut seien die Prognosen. Diese stützen sich allerdings auf den fehlerhaften Windatlas von Baden-Württemberg, der stark von denen in Bayern, Vorarlberg und der Schweiz abweicht. Nun wolle man auf den Regionalplan nicht warten und den „tatsächlichen“ Wind messen, was eigentlich hätte an erster Stelle stehen müssen. Man ahnt es schon: Das Ziel steht fest, und die Voraussetzungen sollen so hingebogen werden, dass es „passt“. Passend wird es auch gemacht, indem die Räder bis zu 300 Meter hoch werden sollen. Man müsse eben im Wald möglichst hoch bauen, um Windverwirbelungen (und geringeren Parofit!) zu vermeiden. Ob dann Landschaft, Natur und Anrainer „verwirbelt“ werden, spielt scheinbar keine Rolle.
Der Firma geht es vor allem um Profit und auf das „was an Ertrag rauskommt“. Beim Profit kann sie sich darauf verlassen, dass der Staat – mit unseren Steuergeldern – auch dann subventioniert, wenn die Räder wegen Windmangel still stehen. Der „Subventions-Wind“ wird den fehlenden tatsächlichen Wind schon ausgleichen und die Sache rentabel machen.
Da im geplanten Waldgebiet ein Waldstück nicht mehr zur Verfügung steht und – wie die Firma meint – lediglich zwei Anlagen sich wahrscheinlich nicht rechneten, wolle man bei Enkenhofen weitere Räder planen und den Profit dadurch wieder passend machen – auf Kosten zusätzlicher Leidtragender (Landschaft, Natur und Anrainer). Es sei kein Problem, Investoren zu finden. Auch diese werden sich über die staatlichen Subventionen und Windkraftprivilegien freuen, während private Biogas- und Photovoltaikbesitzer benachteiligt werden.
Berthold Büchele, Ratzenried

